Es können 15 weitere lokale Bildungslandschaften geschaffen werden. Der Stiftungsrat der Jacobs Foundation hat eine zweite Phase für das Programm Bildungslandschaften Schweiz gutgeheissen und somit grünes Licht für eine nationale Erweiterung des Programms gegeben. Grundlage dieses Entscheids waren die positiven Ergebnissen einer externen Evaluation sowie das grosse Interesse von vielen Kantonen.

In die erste Phase des Programms wurden drei Kantone (FR, ZH und BS) mit je drei Projekten aufgenommen. Die Kantone beteiligten sich auch finanziell an den Bildungslandschaftsprojekten. Im Unterschied zur ersten Phase des Programms können sich jetzt – sofern der Kanton das Programm ideell unterstützt – Gemeinden, Stadtteile oder Regionen direkt am Programm beteiligen und sorgen selber für die Co-Finanzierung.

Aktuell befürworten 16 Kantone den Aufbau von Bildungslandschaften. In diesen Kantonen laufen die Ausschreibungen für die 15 neuen Projekte. Bis zum 30. Juni 2014 nimmt die Jacobs Foundation Projektanträge für die zweite Phase des Programms entgegen.

Im September 2014 werden die neuen Projektteams, sofern die eingereichten Projektideen die Kriterien für eine Bildungslandschaft erfüllen, zu ganztägigen Machbarkeitsworkshops eingeladen. Bereits im Oktober 2014 wird die nationale Steuergruppe des Programms die fünfzehn neuen Bildungslandschafts-Projekte auswählen.

Zwischenbericht der Evaluation

Der positive Entscheid des Stiftungsrates der Jacobs Foundation wurde massgeblich vom Zwischenbericht des externen wissenschaftlichen Partners beeinflusst. Das Institut für Bildungsmanagement und Bildungsökonomie (IBB) der Pädagogischen Hochschule (PH) Zug evaluiert im Rahmen eines Forschungsprojekts das Programm Bildungslandschaften Schweiz. Das Forschungsprojekt ist als Längsschnitt angelegt, der Zwischenbericht umfasst die erste Erhebung mittels Fragebogen und Interviews. Somit können noch keine Veränderungen zwischen zwei Messpunkten aufgezeigt werden. Ausserdem ist es noch zu früh, um Aussagen über die Wirkungen der Bildungslandschaft auf Kinder und Jugendliche zu messen, da die Projekte – wie im Programm vorgesehen – in einem ersten Schritt die Zusammenarbeit der schulischen und ausserschulischen Akteure aufgebaut und gemeinsam Ziele zur Verbesserung der Chancengerechtigkeit erarbeitet haben.

Im dieser ersten Erhebungsphase kann festgehalten werden, dass alle neun Projekte während des ersten Jahres der Programmlaufzeit erfolgreich und zu grosser Zufriedenheit der Befragten initiiert werden konnten.

  • 88% sind mit dem Projekt zufrieden oder sehr zufrieden (N=76).
  • 94% sind mit der Arbeit im Projekt zufrieden oder sehr zufrieden (N=78).

Die Startphase der Projekte war geprägt durch konzeptionelle und organisatorische Arbeiten, etwa die Erstellung der jeweiligen Projektpläne sowie die Einrichtung und Etablierung von Projektstrukturen. Für fast alle Projekte gilt, dass sie nun über Zielklarheit verfügen. Sieben Projekte konzentrieren Ihre Bemühungen auf den erleichterten Übertritt der beteiligten Kinder in die Grundschule. Frühe Sprachförderung und Elternbildung sind dabei bei den meisten Projekten wichtige Elemente. Die übrigen zwei Projekte nehmen den Übertritt der Jugendlichen in die berufliche Bildung in den Fokus. Hier wird grosser Wert auf die Vernetzung mit der lokalen Wirtschaft gelegt.

Ferner werden die entstandenen bzw. die bereits vorhandenen Kooperationen von den befragten Personen als gut erlebt. Es wurden bisher neue Kontakte geknüpft und bereits vorhandene Beziehungen verstärkt. Es wird deutlich, dass diese gelungene Kooperation auch als Mehraufwand gesehen wird, der einen beträchtlichen Einsatz der als begrenzt empfundenen Zeit erfordert.

  • 75% sagen, dass das Netzwerk die Motivation stärkt oder eher stärkt (N=89).
  • 71% fühlen sich durch das Netzwerk zum Nachdenken über die eigene Arbeit angeregt (N=89).
  • 66% schätzen den Zeitaufwand für die Kooperation im Netzwerk als hoch oder eher hoch ein (N=83).

Eine Wirkung auf Kinder und Jugendliche ist in der Mehrheit der Fälle noch nicht feststellbar. Die hohe bis sehr hohe Zufriedenheit der befragten Beteiligten, verbunden damit, dass sie dem Aspekt der Nachhaltigkeit eine grosse Bedeutung zumessen, ist jedoch klares Anzeichen dafür, dass auch im Bereich der Bildungsaktivitäten Fortschritte erzielt werden.

  • 98% schätzen die Zusammenarbeit der schulischen und ausserschulischen Akteure als hilfreich oder sehr hilfreich für die Kinder und Jugendlichen ein (N=81).

Das Programm Bildungslandschaften der Jacobs Foundation wird bis Ende 2o18 verschiedene Modelle von lokalen Bildungslandschaften erproben, mit dem Ziel, ihre positive Wirkung auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen nachzuweisen sowie die gesammelten Erfahrungen in die Alltagspraxis zu transferieren.