So funktioniert eine Bildungslandschaft

In einer Bildungslandschaft vernetzen sich jene Personen, die ein Kind betreuen, erziehen oder ausbilden. Wichtig dabei ist, dass die Beteiligten die verschiedenen Lernwelten eines Kindes miteinander verbinden und auch mit ehemaligen und zukünftigen Akteuren kooperieren.

Eine Bildungslandschaft entsteht, wenn die verschiedenen Lernwelten eines Kindes systematisch miteinander verbunden werden, wenn sie sich überschneiden und ineinandergreifen. Wenn sich beispielsweise die Schulsozialarbeiterin regelmässig mit dem Fussballtrainer austauscht oder die Bibliothekarin der Gemeindebibliothek in der Schule eine Lesenacht organisiert. Wenn die Mütter mit einer Integrationsbeauftragten Deutsch lernen, während ihre Kleinkinder in der Spielgruppe mit Gleichaltrigen spielen, oder wenn der Klassenlehrer mit potenziellen Lehrmeistern einen Anlass organisiert. Oder wenn alle Beteiligten gemeinsam eine Internetplattform aufbauen, die über die Bildungsangebote für die Kinder einer Gemeinde oder eines Quartiers informiert. Die Eltern sollten dabei stets ins Netzwerk der Bildungslandschaft eingebunden sein.

Drei Lernwelten

Bildungslandschaften können viele unterschiedliche Akteure miteinander verbinden und sie können viele verschiedene Themen in den Fokus nehmen. Wichtig ist, dass eine Bildungslandschaft unterschiedliche Beteiligte vernetzt. Dazu gehören nicht nur Lehrkräfte und andere Bildungsakteure in der Schule (formale/obligatorische Bildung). Auch Jugendorganisationen, Vereine oder Musikschulen (non-formale/freiwillige Bildung) tragen viel zur Bildung eines Kindes bei. Schliesslich wird ein Kind auch auf dem Spielplatz, im Spiel mit Gleichaltrigen, beim Ausflug mit den Eltern oder bei Aktivitäten in der Clique gefördert (informelle Bildung). Eine Bildungslandschaft vernetzt daher alle Lernwelten eines Kindes. Sie ergänzen sich und sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden – im Gegenteil: In einer Bildungslandschaft werden die Kompetenzen der verschiedenen Akteure gegenseitig gestärkt und optimal entwickelt.

Zwei Handlungsfelder

Die Zusammenarbeit zwischen den Beteiligten sollte innerhalb zweier Handlungsfelder stattfinden: sowohl horizontal als auch vertikal. In einer horizontalen Kooperation arbeitet die Schule mit ausserschulischen Akteuren zusammen, also beispielsweise mit Sport- und Kulturvereinen oder der Jugendarbeit. Diese horizontale Vernetzung ist wichtig, da sie ermöglicht, dass sich schulische und ausserschulische Bildung ergänzen können. Gemeinsam können sie kognitive und insbesondere soziale und emotionale Kompetenzen viel besser vermitteln. Wichtig für den Aufbau einer horizontalen Kooperation sind vorhandene Strukturen der Tagesbetreuung und der Schulsozialarbeit.

Eine vertikale Zusammenarbeit bedeutet, dass auch Akteure verschiedener Bildungsstufen zusammenarbeiten. Also beispielsweise die Kita mit der Tagesschule. Diese Kooperation erleichtert einem Kind den Übergang von einer Bildungsstufe zur nächsten. Die heikelsten Übergänge sind jene vor und nach der obligatorischen Schule: der Übergang vom Frühbereich in den Kindergarten sowie jener von der Volksschule (Sekundarstufe I) in die Berufswelt (Sekundarstufe II).

Kritische Übergänge

Die ersten Jahre sind für die Entwicklung eines Kindes entscheidend, dies ist wissenschaftlich unbestritten. Der Übergang vom Frühbereich in den Kindergarten stellt daher einen kritischen Punkt in der Entwicklung eines Kindes dar. Es ist deshalb ideal, wenn sich die verschiedenen Beteiligten rund um diesen Moment verknüpfen. Dasselbe gilt für den Übergang von der Volksschule in die Berufswelt – damit Jugendliche den beruflichen Einstieg bestmöglich meistern können.