Lokale Bildungslandschaften – die Idee dahinter

In lokalen Bildungslandschaften werden schulische und ausserschulische Akteure besser vernetzt.

81926259_468x312Die Schule kann einem Kind nicht alles beibringen, was es für ein glückliches und erfolgreiches Leben braucht. Es muss lernen, Geduld zu haben und Misserfolge wegzustecken. Es sollte fähig sein, sich selber zu motivieren, Respekt zu haben, Teamgeist zu entwickeln und vieles mehr. Diese sozialen und emotionalen Kompetenzen – auch nicht-kognitive Kompetenzen genannt – erwerben wir zu einem grossen Teil auch ausserhalb der Schule: bei den Eltern, im Sportverein, in der Clique. Das Projekt soll daher die gesellschaftliche und wirtschaftliche Lebenstüchtigkeit der Kinder und Jugendlichen fördern.

Formale, non-formale und informelle Bildung
Wer von Bildung spricht, meint damit oft nur die formale Schulbildung, in deren Zentrum die Vermittlung kognitiver Kompetenzen steht: Sprachfertigkeit, Wissen, Abstraktionsvermögen.
Non-Formale Bildung ist ebenfalls organisiert, hat aber freiwilligen Charakter. Darunter fällt Bildung im Rahmen von Jugendorganisationen, Vereinen, Musikschulen, etc.
Die informelle Bildung vollzieht sich im Alltag. Beispielsweise in der Familie oder in der Peer Group.
Diese drei verschiedenen Lernfelder ergänzen sich und sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden. Im Gegenteil: Es gilt, die Kompetenzen der verschiedenen Akteure optimal zu entwickeln.

Ganzheitliche Bildung rentiert
In der Berufswelt werden nicht nur die kognitiven, sondern eben auch die nicht-kognitiven Fähigkeiten immer wichtiger. Sozialkompetenz, Innovation, Kreativität, Teamfähigkeit und Flexibilität gewinnen an Bedeutung.
Bildungsökonomen haben nachgewiesen, dass gut ausgebildete nicht-kognitiven Fähigkeiten sich positiv auf die Erfolge im kognitiven Bereich auswirken. Investitionen in die Ausbildung dieser «Soft Skills» schlägt sich messbar in der Form von besseren Pisa-Ergebnissen nieder. Aus der Analyse zum Pisa-Bericht lässt sich herauslesen: je breiter und systematischer in einem Land die verschiedenen Bildungsakteure vernetzt sind, desto besser schneidet es im Pisa-Test ab.

Umfassende Bildung bedingt Akteursvernetzung
Die Schule ist der wichtigste Pfeiler der formalen Bildung. Sie kann jedoch nicht sämtlichen – immer stärker auch ökonomisch motivierten – Anforderungen an die Bildung genügen. Umfassende Bildung kann nur gelingen, wenn sie individuell auf das Kind zugeschnitten wird und dieses optimal auf seinem Bildungsweg begleitet wird.
Eine kontinuierliche Begleitung eines Kindes setzt jedoch voraus, dass sich die Akteure der verschiedenen Bildungsetappen stetig austauschen. Dies erlaubt es, den Lernstoff jedes einzelnen Kindes beim Wechsel zwischen den Bildungsakteuren abzustimmen, Doppelspurigkeiten zu vermeiden und Lücken zu schliessen. Erst so kann jedes Kind entsprechend seines individuellen Potenzials und seiner spezifischen Neigungen zielgerichtet gefördert werden.
Die institutionellen Voraussetzungen für eine solche Vernetzung fehlen heute vielfach. Mit dem vorliegenden Programm will die Jacobs Foundation in der Schweiz einen ersten Anstoss dazu leisten und gangbare Lösungswege erproben.

Konzept „Bildungslandschaften Schweiz – Ein Programm der Jacobs Foundation“