3. Fachtagung Bildunslandschaften: Übergänge gemeinsam schaffen

Fachtagung 2017

 

Auch die 3. Fachtagung der Jacobs Foundation zum Thema Bildungslandschaften am 6. November 2017 in Bern versammelte wiederum über 230 Fachleute aus Bildung, Praxis, Forschung und Politik. Nach der Begrüssung durch Sandro Giuliani, dem Geschäftsführer der Jacobs Foundation, widmeten sich zwei wissenschaftliche Referenten dem diesjährigen Tagungsthema „Übergänge gemeinsam schaffen“. In insgesamt 9 von Experten begleiteten Workshops diskutierten die Teilnehmer zudem verschiedenste Aspekte gelingender Transitionsprozesse.

In seiner Begrüssung ruft Sandro Giuliani das Engagement der Jacobs Foundation für Bildungslandschaften in der Schweiz kurz in Erinnerung: Nach ersten Machbarkeitsstudien lancierte die Stiftung mit dem Projekt Bildungslandschaften Schweiz zum ersten mal ein selbstgetragenes Programm. Wichtig war jedoch von Beginn an das bottom-up Prinzip: Initiative, Gestaltung und Umsetzung einer Bildungslandschaft müssen in der Hand der Gemeinde liegen, Gemeinde und Kanton sollten die Projektleitung stellen und sich an der Finanzierung beteiligen. In einer ersten Phase von 2013-16 entstanden 9 Projekte in 3 Kantonen. Die daraus gewonnenen Erfahrungen kamen in der zweiten, noch bis 2018 andauernden Phase weiteren 13 Projekten zu gute. Alle 22 Projekte werden wissenschaftlich begleitet. Ob sich eine weitere Phase, allenfalls auf nationaler Ebene, anschliessen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch völlig offen.

Projektleiterin Rita Schweizer führte ins Tagungsthema ein: Um Übergänge eines Kindes,  ob von Familie und Krippe in den Kindergarten, vom Kindergarten in die Primarschule oder von dieser in weiterführende Schulen, optimal zu gestalten müssen viele der beteiligten Akteure optimal zusammenarbeiten. Die Premiere des Kurzfilms „Bildungslandschaften Schweiz“ erweckt diese theoretischen Ausführungen zu konkretem Leben: Direkt Beteiligte –  Schulleiter, Lehrerin, Eltern und Kinder – erzählen hier von ihren Erfahrungen und Erlebnissen mit und in einer Bildungslandschaft in Basel Stadt .

Unter dem Titel „Übergänge gemeinsam gestalten“ erläutert Wilfried Griebel vom Staatsinstitut für Frühpädagogik in München die Fragen und Ergebnisse der Transitions-Forschung. Aus einer familienpsychologischen Sicht sieht Griebel Übergänge als eine Entwicklungsaufgabe nicht nur für das Kind, sondern auch für Eltern. Die Forschung zeigt jedoch: je grösser die Kooperation zwischen allen Betroffenen, desto besser bewältigen Kinder die Anforderungen der nächsten Stufe.

Klaus Zierer, Professor für Schulpädagogik an der Universität Augsburg, erläuterte in seinem Referat zur „Vision einer gemeinsamen Haltung“ die zentrale Wichtigkeit der Haltung für den Lernerfolg. Sowohl Lehrpersonen, wie auch Eltern und Schüler, müssen die Einstellung teilen, dass Lernen anstrengend ist, Übung voraussetzt und deshalb der konstanten Ermutigung bedarf.

Neun frei wählbaren Workshops boten zwischen den Referaten Gelegenheit, verschiedenste Fragen mit Experten zu diskutieren – etwa zur langfristigen Verankerung einer Bildungslandschaft, zu Sinn und Vorteil der Prozessbegleitung, zur Verständigung schulischer und ausserschulischer Akteure oder zu den Erkenntnissen und Empfehlungen der wissenschaftlichen Begleitstudie zu den Bildungslandschaften der Schweiz.

Der lebhafte Austausch zwischen Experten, an Bildungslandschaften Teilnehmenden und Aussenstehenden, sowohl innerhalb wie auch ausserhalb der Workshops, zudem drei aus der Praxis präsentierte Beispiele von Bildungslandschaften und schliesslich die zusammenfassenden Worte von Muriel Langenberger machten diese Fachtagung zu einem Tag des Austausches und der gelebten Vernetzung.

Kathrin Meier-Rust