Das Programm «Bildungslandschaften Schweiz»

Die Jacobs Foundation investiert von 2012 bis 2018 insgesamt 6,5 Millionen Franken in das Programm «Bildungslandschaften Schweiz». Gemeinden und Kantone in der ganzen Schweiz bauen in dieser Zeit insgesamt 22 Bildungslandschaften auf.

Eine Bildungslandschaft entsteht nicht von alleine. Damit das Netzwerk einer Bildungslandschaft wachsen kann, müssen sich jene Personen und Institutionen, die ein Kind betreuen, bilden oder erziehen, zuerst einmal an einen Tisch setzen. Sie müssen sich kennenlernen und die geplante Zusammenarbeit koordinieren. Sie müssen gemeinsam Ziele setzen und die Vernetzung langfristig aufbauen. Dies benötigt viel Vorarbeit, Koordination und ein angemessenes finanzielles Budget. Und es braucht den politischen Willen der Behörden, damit diese die nötigen zeitlichen und politischen Ressourcen langfristig in eine Bildungslandschaft investieren.

In der Schweiz fehlen heute vielerorts die institutionellen Voraussetzungen, die eine tiefgreifende, langfristige und systematische Vernetzung im Bildungswesen ermöglichen. Mit dem Programm «Bildungslandschaften Schweiz» will die Jacobs Foundation deshalb einen ersten Anstoss leisten und mögliche Lösungswege erproben. Das Programm ist 2013 mit den ersten neun Pilotprojekten in drei Kantonen gestartet. Aufgrund der positiven Evaluationsresultate hat die Jacobs Foundation beschlossen, das Programm auszuweiten. Seit Anfang 2015 beteiligen sich nun insgesamt 22 Projekte in der ganzen Schweiz. Bis 2018 soll sich der Ansatz der der Bildungslandschaft in der Schweiz verbreiten und ein Umdenken anstossen: Bildung soll künftig nicht mehr nur auf die formale Schulbildung reduziert werden, sondern die ausserschulische Bildung in Vereinen und Organisationen sowie jene, die im familiären Umfeld eines Kindes geschieht, einbeziehen.

Schulzentrierte und lokale Bildungslandschaften

Eine Bildungslandschaft umfasst eine Gemeinde, einen Stadtteil, einen Bezirk, eine Region oder das Einzugsgebiet einer Schule. Das Programm sieht zwei Formen vor: In der schulzentrierten Bildungslandschaft übernimmt die Schule die Federführung und vernetzt die Akteure um sich herum. In der lokalen oder regionalen Bildungslandschaft liegt die Federführung bei einer ausserschulischen Organisation, und die Schule ist einer unter vielen Bildungsakteuren. Zielgruppe des Programms sind Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 4 und 16 Jahren.

Bildungslandschaften können viele unterschiedliche Akteure miteinander verbinden und thematisch sehr unterschiedlich ausgestaltet sein. Die Jacobs Foundation grenzt die möglichen Handlungsfelder so ein, dass den einzelnen Gemeinden genug Raum für die Entwicklung von kreativen Lösungsansätzen bleibt.

Partnerschaft mit Kantonen und Gemeinden

Die Jacobs Foundation investiert von 2012 bis 2018 insgesamt 6,5 Millionen Franken für das Programm «Bildungslandschaften Schweiz». Sie finanziert die Hälfte der Kosten für die Projekte. Die andere Hälfte übernehmen die beteiligten Kantone, Gemeinden, Stadtteile oder Regionen. Die Stiftung finanziert ausserdem professionelle Prozessbegleiterinnen und -begleiter sowie die Koordination des nationalen Programms. Sie organisiert auch Veranstaltungen wie Vernetzungstreffen für die involvierten Akteure der Bildungslandschaften sowie Fachtagungen für das breite Publikum.