In der Gemeinde Oetwil am See werden seit einigen Jahren die Weichen gestellt für eine neue Form der Zusammenarbeit zwischen Schule und ausserschulischen Akteuren. Eine Bedarfsanalyse im Bereich familienunterstützende Angebote im Vorschulalter gab den Anstoss dazu. Die lokalen Behörden und Politiker waren sich schnell einig, dass Oetwil am See einen Beitrag zur Chancengerechtigkeit in der Bildung und zu einem besseren Übergang in die Schulzeit leisten will.

An der Kickoff-Sitzung nahmen engagierte Oetwiler/innen die Gelegenheit wahr, sich für die Mitwirkung zu melden.

An der Kickoff-Sitzung nahmen engagierte Oetwiler/innen die Gelegenheit wahr, sich für die Mitwirkung zu melden.

Der Anteil von Familien in Oetwil am See, einer Gemeinde mit ca. 4300 Einwohnern, ist relativ gross. Die erschwinglichen Mietzinse sind vor allem bei ausländischen Familien für die Wahl des Wohnorts ausschlaggebend. Ein Grund, dass der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund hier 26% beträgt. Da Kinder aus sozial benachteiligten Familien und aus bildungsfernen Migrantenfamilien beim Eintritt in den Kindergarten oft mit Schwierigkeiten konfrontiert sind, ortete die Schule in Oetwil in diesem Bereich einen dringenden Handlungsbedarf. Gleichzeitig setzte sich seitens der Gemeindeverwaltung eine Arbeitsgruppe mit der verbesserten Integration von Migranten/-innen auseinander. So reifte in Schule und Gemeinde die Einsicht, dass Kinder aus sogenannten „Risikofamilien“ bereits im Vorschulalter gefördert werden und ihre Eltern Unterstützung bei der Integration erhalten sollen. Dank familienergänzenden Angeboten sollen die betreffenden Kinder den Übertritt in den Kindergarten erfolgreich meistern.

Der Bedarf der Gemeinde und das Angebot der Bildungslandschaften haben sich an diesem Punkt getroffen. Der politische Wille für Veränderungen ist gross in Oetwil am See. Der Schulpräsident und die Sozialvorsteherin konnten daher den Gemeinderat rasch davon überzeugen, dass es sich für die Gemeinde lohnen würde, am nationalen Programm der Jacobs Foundation teilzunehmen. Nach der Zusage zum Projekt Bildungslandschaften wurde rasch eine lokale Steuergruppe gebildet, die nun erfolgreich mit der Bildungsdirektion des Kantons Zürich und dem lokalen Netzwerk kooperiert.

Diese Passung des Bedarfs der Gemeinde und des Angebots der Bildungslandschaften sowie die fachliche und finanzielle Unterstützung der Jacobs Foundation und des Kantons erleichterten der Gemeinde den Einstieg in den Ausbau ihrer eigenen Bildungslandschaft. So konnten sehr schnell viele Engagierte aus der Gemeindeverwaltung, Elternvereinen, Kindergarten und Schule, Kirche, Spielgruppen und Kitas für die Mitwirkung am Projekt gewonnen werden. Nach einem Jahr intensiver Planung durfte die fünfköpfige Steuergruppe kürzlich auf die kommende Umsetzungsphase anstossen. Alle Beteiligten sind sich einig: Die Ausschreibung des Projekts Bildungslandschaften kam für Oetwil am See wie gerufen!

Von Oliver Rey, lokaler Projektleiter Bildungslandschaft Oetwil am See