Aus den Projekten der zweiten Phase

Die Mitwirkung der einzelnen Akteure einer Bildungslandschaft spielen in allen Bildungslandschaften eine grosse Rolle, denn so kann das bottom-up Prinzip wirken. Stephanie Schär, die Projektleitende der Bildungslandschaft Bern West beschreibt hier exemplarisch wie Betroffene zu Beteiligten werden.

„Das Quartier als Lernort“ – das ist die Vision von futurina, der Bildungslandschaft Bern-West. Aber was stellen sich die Familien in Bern-West darunter vor? Wie können sie die bestehenden Angebote besser nutzen und wie gewinnen sie mehr Vertrauen in die Schule?

Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, wurden zum Projektstart Interviews mit verschiedenen Eltern- und Sprachgruppen geführt. Uns war es wichtig, die Familien von Anfang an mit ihren Anliegen und Ressourcen aktiv miteinzubeziehen. Wir wollten erfahren, was aus Elternperspektive wichtige Themenfelder sind, die es zu bearbeiten gilt. Um auch Eltern aus verschiedenen Fremdsprachen zu erreichen, nutzten wir den Zugang über verschiedene Schlüsselpersonen im Quartier. Die vielfältigen Themen, welche von den Familien genannt wurden, wurden anschliessend zusammengefasst an einem öffentlichen Forum präsentiert und diskutiert. Am Forum nahmen einerseits Eltern aus den Vorbereitungsgruppen, sowie auch VertreterInnen der Schule und der Organisationen/Vereinen aus dem Quartier teil.

Themen wie Freizeitgestaltung, niederschwellig Deutsch lernen, Hausaufgaben oder das Berufsbildungssystem wurden von den rund 50 Forums-Teilnehmenden aus den unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Als Resultat des Austausches entstanden fünf interessengeleitete Projektgruppen, welche sich rund um fünf Schwerpunktthemen zusammenschlossen. Die sehr heterogen zusammen gesetzten Gruppen erarbeiteten unterschiedliche Massnahmen zur Unterstützung von Kindern und Familien im Quartier. So entstand aus dem Bedürfnis nach mehr informellem Austausch zwischen Eltern und Schule ein Elterncafé in der Schule Schwabgut, welches von einer Elterngruppe geleitet wird. Seit November 2016 treffen sich dort wöchentlich zahlreiche Eltern und Lehrer zum gegenseitigen Kennenlernen und Austauschen. Ebenso wird zurzeit des Sprachtandem-Angebot „RedZeit“ im Einzugsgebiet der Bildungslandschaft Bern West, sowie die Brücke zu einem freiwillig geführten Gratis-Deutschkurs im Stadtzentrum aufgebaut.

Eine weitere Projektgruppe befasst sich aktuell mit dem Thema „Schaffen von Zugängen zu Lernorten“. In einem offenen Ideen-Austausch mit Eltern wurden vergangene Woche verschiedene Ansätze zur verbesserten Erreichbarkeit der Lernorte für Familien gesammelt. Ausgehend von der hohen Angebotsdichte in Bern West, äusserten viele Eltern den Wunsch nach einer Übersichtsplattform über die Freizeitangebote und Projekte im Stadtteil. Dieser Wunsch wird jetzt aufgenommen und ein entsprechendes Online-Suchportal erarbeitet. Damit auch hier fremdsprachige Familien einen erleichterten Zugang zur Angebotsübersicht erhalten, wird wiederum die Zusammenarbeit mit den Schlüsselpersonen vor Ort wesentlich sein, die die Brücke zu den Familien im Quartier schlagen.

Mehr Infos zu futurina und den futurina-Projektgruppen: www.futurina.ch

Stephanie Schär, Projektleitung Bildungslandschaft Bern-West